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Die Welle die versucht, dich unterzudrücken

Die Angst vor dem Ertrinken

Und dann erreichen wir das Ufer. Und eigentlich sollten wir uns müde fühlen, doch stattdessen umarmen wir uns, blicken uns tief in die Augen, schauen in die Seele des Gegenübers.
Ich ringe nach Atemluft

Ich schnappe nach Luft. Mein Verstand ringt nach einem Atemzug, statt mich der tosenden See hinzugeben.

Der Countdown läuft, mein Leben rauscht in atemraubender Geschwindigkeit an mir vorbei. Ich sehe all meine Träume, Ziele, Wünsche, doch sie verblassen wie ein zarter Schleier meiner Erinnerung.

Die Wellen kommen im Rhythmus. Hoch aufgebäumt, zielstrebig in Richtung meiner Brust, die sich stetig zusammenzieht und kaum mehr Luft zu schnappen erwischt.

Immer wieder drücken sie meinen Kopf unter Wasser, versuchen ihren Schaum über mich hinweg fließen zu lassen und zwingen mich in die Dunkelheit des Ozeans.

Doch hin und wieder gelingt es mir, mit dem Kopf an die Oberfläche zu gelangen. Mein Mund öffnet sich unwillkürlich, ringt nach Luft, und kämpft gegen den Strom des Wassers. Bereits im nächsten Moment schnellt die nächste Monsterwelle heran um mich zu erdrücken.

Ich kann nicht mehr, denke ich. Ich habe so furchtbare Angst, weiß nicht, wie es weitergehen soll und fühle mich dem Tod immer näher. Tiefe Traurigkeit macht sich in jeder meiner Zellen breit. Tränen schießen mir in die Augen. Tränen der Enttäuschung über das, was ist. Über das, was ich nicht bekomme, trotz dessen ich dafür kämpfe: MEINE FREIHEIT!

Ich bin gefangen im Käfig des Meeres, mein Mund schmeckt nach Salzwasser und meine Rettung scheint aussichtslos.

Hin und wieder lässt mich mein kämpfender Verstand in Frieden und ich gebe mich den Bewegungen der hohen See einfach hin, schließe meine Augen, entspanne, versinke in Träumen, nehme an was ist!

Dann falle ich in eine Meditation, werde innerlich ruhig, spüre mein Vertrauen ins Universum und das tiefe Wissen darum, dass auch mein Weg einem göttlichen Plan folgt.

In diesem Moment kommt die Kraft wieder. Ich sehe kreative Wege um der Situation zu entkommen. Spüre, wie ich mich nicht von der Prüfung des Lebens unterbuttern lasse.

Mein Mut steigt in voller Kraft empor und strömt in rasender Geschwindigkeit bis in meine Fingerspitzen, bevor er mit meiner Aura verschmilzt.

Und da kommt sie, die nächste Monsterwelle. Ha, du kriegst mich nicht klein, denke ich und nehme einen tiefen Atemzug, der meine Lungen füllt.

Und schon überrollt mich das tosende Wasser, doch dieses Mal bäume ich mich in meiner ganzen Größe auf. Ich strecke meine Arme in die Höhe und beginne mit starken Schwimmbewegungen und einem eisernen Willen, meinen Weg Richtung Ufer.

Ein paar Mal noch werde ich von der heftigen Kraft des Wassers hinuntergedrückt und verliere dabei kurz die Kontrolle.

Doch ich schwimme weiter. Und weiter. Und weiter. Mein Geist ist auf das Ziel gerichtet und spürt eine 100% ige Klarheit darüber, wohin ich mich bewegen muss.

Ich weiß innerlich, ich kann das Ufer erreichen

Nichts kann mich hinunter zerren. Keine Wassermasse, kein Regen der vom Himmel prasselt, keine Stimmen an den Steilklippen, die glauben, ich könnte bei ihnen die Rettung finden, denn ich sehe die glatten Wände vom Wasser aus und weiß, dass dort nicht mein Ziel sein kann.

Ich bleibe fokussiert und schwimme weiter.

Doch plötzlich nehme ich Stimmen wahr, die näher bei mir sein müssen als die auf den unüberwindbaren Klippen.

Ich horche hin während mir bewusst wird, wie viel ruhiger die See bereits geworden ist. Mein Kopf bewegt sich von links nach rechts und ich halte Ausschau nach den Rufen der anderen.

Und mit einem Mal bin ich nicht mehr alleine im Wasser. So viele andere Menschen reichen mir ohne Worte die Hände und kehren mit mir gemeinsam den Monsterwellen den Rücken zu.

Wir halten uns fest, spüren die unausgesprochene Verbindung zwischen uns und erkennen, dass wir alle das selbe Ziel vor Augen haben, alle den selben Kampf unseres Verstandes hinter uns, die selben Ängste überwunden und den selben Mut, um den überragenden Wellen zu entkommen.

Ich bin nicht alleine auf dieser Reise!

Wir sind eins!

Wir sind Menschen in Verbundenheit.

Wir sind auf dem selben Weg ans Ufer. Auf dem selben Weg in die Freiheit. In die Sicherheit der Erde, die uns trägt.

Wir haben uns gefunden, ohne danach gesucht zu haben. Wir wurden vom Leben beschenkt.

Und wir wissen, welch Anstrengung hinter uns liegt, welch Unsicherheit, welch unermüdlicher Wille, welch Kampf mit uns selbst.

Wir spüren die losgelassenen Glaubensmuster unserer Ahnen, die Festgefahrenheit unseres eigenen Weltbildes, die tiefe Angst vor dem Mangel, dem Tod!

Doch heute sind wir hier: Gemeinsam, Hand in Hand, in tiefer Verbundenheit. Wir halten uns fest, geben Halt, nehmen an, dass wir nicht mehr alleine schwimmen müssen und gemeinsam unser Ziel erreichen werden.

Es fühlt sich an, als würden wir durch das Wasser fliegen, als bräuchten wir nur noch die halbe Kraft an Ressourcen.

Und während das Ufer in greifbarer Nähe ist, wird der Grund unter meinen Füßen sicherer. Ich spüre die Erde unter mir und den Halt die sie mir gibt.

Meine Augen füllen sich mit Tränen, als ich mich umschaue und erkenne: Ich bin nicht alleine! Mit mir sind Hunderte, Tausende, Millionen andere Menschen, die ohne Mut niemals die sanften Sonnenstrahlen unseres Planeten am Ufer der tosenden See hätten wahrnehmen können. Genauso wie ich.

Und dann erreichen wir das Ufer. Und eigentlich sollten wir uns müde fühlen, doch stattdessen umarmen wir uns, blicken uns tief in die Augen, schauen in die Seele des Gegenübers.

Wir lassen zu was ist.

Wir nehmen einander wahr.

Sehen die Schönheit jedes einzelnen Kämpfers und verstehen: Wir alle sind die Wellen geritten, haben uns von ihnen übermannen lassen, gegen die Strömung gekämpft, die Augenblicke der Entspannung wahrgenommen und

an einem gewissen Punkt dieser Reise endlich unsere Arme in die Höhe gestreckt, um geradewegs unsere geliebte Freiheit zu erreichen!

Und nun sind wir angekommen. Wir sind sicher, erfüllt und durch all die Menschen bereichert, denen wir auf dieser Reise begegnen durften.

Wir sind erfüllt – von Frieden, dem Wissen, dass wir alles erreichen können, dem herzerwärmenden Gefühl der Selbstbestimmtheit, dem bärenstarken Willen in unserer Brust, dem Finden von Lösungen trotz widriger Umstände und letztlich dem Wissen unseres Herzens, dass wir nicht auf dieser Erde sind um uns den Wellen zu fügen, sondern dass wir verdammt nochmal geboren wurden um GLÜCKLICH zu sein!

👉🏽 Bist du bereit, deinem Verstand sein Stimmrecht zu entziehen und deinem Herzen endlich den Platz zu geben, welchen es verdient?

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