Werde über neue Berichte direkt per E-Mail informiert:

Enge!

Ich fühle mich eingeengt!

Kleine Mini-Parzellen nehmen mir das Gefühl von Freiheit!

Ich fühle mich umzingelt von so vielen Menschen, Eindrücken und Gesprächen und entdecke eine neue Seite an mir.

Hättest du mich vor zwei Monaten gefragt, ob ich es liebe unter Menschen zu sein, dann wäre meine Antwort mit einer derartigen Klarheit JA gewesen. Ich hätte felsenfest behauptet, dass ich das gemeinsame Sein auf allen Ebenen liebe und vor allem BRAUCHE!

Und so sitze ich hier und erfahre mich neu. Diese ganze Reise, dieses Unterwegs-sein, der reinste Transformationsprozess. Tief. Sich permanent wandelnd wie das Chamäleon seine Farbe.

Ich fühle mich so tief mit mir und meinen Bedürfnissen verbunden wie, ich würde behaupten, noch nie in meinem Leben!

Ich spüre was ich brauche und wo mein Weg hingeht und spüre eine faszinierende Seite an mir, der ich viel zu lange keine Daseinsberechtigung geschenkt hatte.

Ich will frei sein! Und zwar in allen Facetten!

Bin ich das nicht schon? Habe ich nicht bereits viel mehr Freiheiten als so viele andere Menschen? DOCH! Total!

Und ja, mich plagt hin und wieder das schlechte Gewissen, es quält mich zu wissen, in welch misslicher Situation viele Menschen sind und es ist schlimm zu wissen, dass wir hier nicht nur von Dritte- Welt- Ländern, sondern auch von meinem Heimatland sprechen!

Ja, manchmal schäme ich mich leise für all den Reichtum den ich erfahre.

Und nein, ich glaube nicht, dass wir alle die selben Voraussetzungen haben und der Verlauf unseres Lebens einzig vom Mindset abhängt!

Ich glaube, dass jeder Mensch sein Päckchen mitbringt und die einen in Familien geboren werden, die den Grundstein für Glück aus Liebe, Vertrauen und Verständnis legen und dass es Menschen gibt, die in dermaßen beschissenen Verhältnissen aufwachsen, dass ihr Weg in die Freiheit viel viel schwieriger ist als ich es mir überhaupt vorstellen könnte!

Nun, wenn du mich schon länger kennst weißt du, dass auch ich kein unbeschriebenes Blatt bin, ABER ich musste als Kind nie hungern, ich wurde von den meisten Menschen in meinem Umfeld geliebt, mir war immer warm, wenn ich krank war kümmerte sich jemand um mich, ich habe einen Grundstock an Kommunikation erhalten (Auch, wenn mich das Klären von Konflikten damals mega angenervt hat Mama), mein Bettchen wartete jeden Abend auf mich und bis ich mit 11 Jahren in die Ferne zog, waren Oma& Opa mein Ein und Alles, mein Ort der Zuflucht und Geborgenheit!

Ich erinnere mich an kuschelige Abende vor dem TV, mit Daim in meiner rechten und einem Käse- Kraut- Brot in meiner linken. Und immer saß der Opa ganz links, ich selbstverständlich in der Mitte und Oma ganz rechts. Und da war nur ich. Volle Aufmerksamkeit. 100% Wohlfühlen- 1000% Vertrauen!

Wer wird Millionär gehörte freitags zum Standard Programm und wenn das Daim weggenascht war, dann folgten die gesalzenen Erdnüsse!

DAS war auch meine Kindheit. NEBEN all dem verdammten Rotz der passiert ist.

Und wenn ich heute das Haus meiner Großeltern betrete oder ihren Geruch bei der Willkommensumarmung inhaliere, dann ist da wieder dieses Gefühl von Heimat. Dieses Gefühl von Ankommen.

Fassen wir zusammen: Mir fehlte es weder an Materiellem noch an Wärme.

Und dann lernte ich im Laufe meines Lebens Menschen kennen, bei deren Lebensgeschichte sich mir der Magen umdrehte. Ich sah grausame Verhältnisse im Rettungsdienst, rundum verzweifelte Menschen die ihre Kinder verloren hatten, traurige Paare, die ihre Beziehungen losließen und Kinder, die ihren Eltern weggenommen wurden.

Und ich? Ich sitze hier im warmen Portugal, arbeite zwar viel, aber entscheide täglich über den Standort meines Laptops.

Meine Kinder erleben hier Bullerbü 2.0, meine Ehe ist wahnsinnig erfüllend, mein Hund der beste Beschützer auf Erden und meine Umgebung Inspiration pur!

Und dann beklage ich mich ernsthaft über die Enge der Parzellen auf dem letzten Campingplatz, über kalte Duschen und die laute Diskomusik am Wochenende?

O man! JA, das tue ich!

But why?

Weil man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann! Weil man dich nicht mit mir vergleichen kann! Weil jede Lebensgeschichte so individuell ist, dass wir nur bei uns schauen können wann wir happy sind.

Weil ich nach wie vor der Meinung bin, dass mich der Opfer-Modus nicht weiterbringt und ich es wie du auch verdient habe, glücklich zu sein.

Damit ich nämlich Kapazitäten für mein Gegenüber aufbringen kann, meinen Kindern eine gute Zuhörerin bin, Bock darauf habe, unsere Kunden mit Herz zu begleiten und ich genügend Zeit damit verbringe, mit meinem Liebsten in die deepsten Themen des Lebens einzusteigen.

Das ist doch das geile daran: Wenn ich gut für mich sorge, dann erhalten auch Menschen in meiner Umwelt mehr Energie von mir.

Und ja, das ist, warum ich mich über die f*cking kleinen Parzellen beschwere! Weil ich Raum brauche damit es mir gut geht.

Weil ich es liebe, alleine in den Tag zu starten und weil ungestörte Mahlzeiten mit der Familie einen unschätzbaren Wert für mich haben!

Also schau auch du was dir gut tut und was du brauchst, damit du noch mehr geben kannst!

Beitrag teilen:

Vorheriger Beitrag
Was macht uns glücklich?
Nächster Beitrag
Warum ich mein Glück nicht fassen kann!

Weitere Beiträge

Menü